Ein Hügel gibt erste Hinweise auf das Tier im Boden. Wir helfen, Maulwurf und Wühlmaus zu unterscheiden und den Schutzstatus bei den nächsten Schritten zu berücksichtigen.
Bevor wir etwas unternehmen, bestimmen wir, welches Tier es ist. Was danach angeboten werden darf, hängt von seinem Schutzstatus ab.
Europäischer Maulwurf
Besonders geschützt
Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist besonders geschützt (§ 44 BNatSchG, BArtSchV). Nach § 44 Absatz 1 ist es verboten, dem Tier nachzustellen, es zu fangen, zu verletzen oder zu töten – der Lebendfang ist damit eingeschlossen. Zulässig wird eine Maßnahme erst mit einer Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.
Die Form des Hügels ist ein Hinweis. Zusammen mit der Ganglage und möglichen Fraßspuren lässt sich der Fund besser einordnen. Ein einzelner Erdhaufen erlaubt keine sichere Artbestimmung.
Maulwurf
Talpa europaea
Hügel
meist rund und relativ hoch
Aushub
oft fein und ohne Pflanzenreste
Gangöffnung
häufig mittig unter dem Hügel
Wurzeln
keine typischen Fraßspuren
Wühlmaus
Arvicola amphibius · Microtus arvalis
Haufen
häufig flacher und länglicher
Aushub
kann Wurzel- und Pflanzenreste enthalten
Gangöffnung
meist seitlich versetzt
Fraß
an Wurzeln, Knollen oder Rinde möglich
Orientierung
Spuren und Lebensraum
Was oberirdisch wie ein einzelner Hügel wirkt, gehört meist zu einem weit verzweigten System im Boden.
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Schematische Darstellung, nicht maßstabsgetreu.
01
Frische Hügel
Lockerer, meist feinkrümeliger Aushub kann darauf hinweisen, dass ein Tier sein Gangsystem erweitert oder freiräumt.
02
Hauptgang
Unter der Oberfläche verbindet ein verzweigtes System Jagd-, Ruhe- und Nestbereiche.
03
Nahrungssuche
Maulwürfe suchen Regenwürmer, Insektenlarven und andere Bodentiere. Pflanzenwurzeln gehören nicht zu ihrer Nahrung.
04
Sensible Nutzfläche
Rasen, Beetkante oder Terrasse bestimmen, wie stark die Spuren im Alltag stören.
Lebensweise
Nahrung und Leben unter der Erde
Der Maulwurf lockert und durchmischt den Boden. Seine Nahrung findet er fast vollständig unter der Erde.
Der Maulwurf frisst vor allem Regenwürmer, Insektenlarven und andere kleine Bodentiere. Wurzelfraß passt deshalb nicht zu seinen typischen Spuren, kann aber auf Wühlmäuse hinweisen.
Frühjahr
Paarungszeit
Im Frühjahr beginnt die Paarungszeit.
Sommer
Tiefer im Boden
Bei Trockenheit verlagert sich die Nahrungssuche in tiefere, feuchtere Bodenschichten.
Herbst
Boden und Nahrung
Wie sichtbar die Aktivität ist, hängt unter anderem vom Boden und vom Nahrungsangebot ab.
Winter
Kein Winterschlaf
Der Maulwurf bleibt unterirdisch aktiv. Bei Frost zieht er sich in tiefere Bodenschichten zurück.
Bis zur Klärung
Was Sie bis zur Klärung beachten sollten
Beobachten und dokumentieren Sie die Spuren, bevor Sie weitere Schritte planen.
01
Spuren dokumentieren
Fotografieren Sie die Hügel und beobachten Sie einige Tage lang, wo neue entstehen und wie sichtbare Erhebungen verlaufen.
02
Keine Fallen oder Gifte
Der Maulwurf ist besonders geschützt. Fang, Verletzung und Tötung sind keine zulässige Eigenmaßnahme.
03
Wühlmaus ausschließen
Fraßspuren an Wurzeln und seitlich versetzter Aushub sprechen eher für Wühlmäuse als für einen Maulwurf.
04
Rechtslage klären
Lassen Sie bei einem erheblichen Konflikt zuerst die Spuren einordnen und beteiligen Sie gegebenenfalls die Naturschutzbehörde.
Der Ablauf
So geht Höppner vor
Wir bestimmen die Spuren, ordnen den Konflikt ein und empfehlen nur rechtlich zulässige Wege.
01
Fundbild senden
Fotos der Hügel, des Umfelds und möglicher Pflanzenschäden geben uns eine erste Orientierung.
02
Spuren einordnen
Wir unterscheiden typische Hinweise auf Maulwurf, Wühlmaus oder andere Ursachen.
03
Vor Ort prüfen
Bei Bedarf betrachten wir Gangverlauf, Nutzfläche, Boden und den konkreten Konflikt.
04
Weitere Schritte besprechen
Sie erhalten eine Einschätzung, welche schonenden und rechtlich möglichen Schritte sinnvoll sind.
Die Anfahrt kostet 39,90 €. Vor Ort bekommen Sie ein verbindliches Angebot, bevor wir anfangen. Einen Notdienstzuschlag gibt es nicht.
Häufige Fragen
Fragen zum Maulwurf
01Darf ich einen Maulwurf selbst vertreiben?
Der Europäische Maulwurf ist besonders geschützt. Es ist verboten, ihm nachzustellen, ihn zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Auch seine Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. Lassen Sie vor einem Eingriff klären, ob er mit diesen Verboten vereinbar ist; über eine erforderliche Ausnahme entscheidet die zuständige Naturschutzbehörde.
Maulwurfshügel sind häufig hoch und rund, der Gang liegt meist mittig darunter. Wühlmäuse hinterlassen eher flachere Erdhaufen mit seitlichem Gang und oft Fraßspuren an Wurzeln. Ein einzelner Hügel reicht für eine sichere Bestimmung jedoch nicht aus.
Nein. Maulwürfe ernähren sich überwiegend von Regenwürmern, Insektenlarven und anderen Bodentieren. Wurzelfraß deutet eher auf Wühlmäuse oder eine andere Ursache hin; beim Graben können Pflanzen dennoch indirekt beeinträchtigt werden.
Maulwürfe halten keinen Winterschlaf. Sie bleiben in ihrem Gangsystem aktiv und ziehen sich bei Frost in tiefere Bodenschichten zurück. Sichtbare Hügel können deshalb zeitweise seltener oder an anderen Stellen auftreten.
Ausnahmen kommen nur unter gesetzlichen Voraussetzungen in Betracht und werden nicht vom Grundstückseigentümer selbst entschieden. Zuständig ist die Naturschutzbehörde. Fotos und eine Beschreibung der Situation können helfen, den konkreten Fall zu prüfen.