Motten
Bekämpfung zulässig
Diese Art ist nicht besonders geschützt. Nach fachlicher Bestimmung und bei vernünftigem Grund (§ 39 BNatSchG) ist eine Bekämpfung zulässig – unter den geltenden Vorgaben (u. a. TRGS 540) und mit Sachkundenachweis.

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Motten
Redaktioneller Stand:
Bei Motten lohnt sich die Suche in Vorräten und Textilien. Entscheidend ist, wo sich die Larven entwickeln, damit Sie die betroffenen Materialien entfernen oder behandeln können.
Fund einordnenEinen begrenzten Mottenbefall können Sie oft selbst beseitigen. Dafür müssen Sie die Quelle finden und entfernen.Rechtsstatus
Bevor wir etwas unternehmen, bestimmen wir, welches Tier es ist. Was danach angeboten werden darf, hängt von seinem Schutzstatus ab.
Bekämpfung zulässig
Diese Art ist nicht besonders geschützt. Nach fachlicher Bestimmung und bei vernünftigem Grund (§ 39 BNatSchG) ist eine Bekämpfung zulässig – unter den geltenden Vorgaben (u. a. TRGS 540) und mit Sachkundenachweis.
Artenvergleich
Suchen Sie bei feinen Fäden in trockenen Lebensmitteln im Vorratsschrank weiter. Bei Fraßlöchern in tierischen Fasern kommen Kleiderschrank, Teppichkanten und Dielenritzen infrage.
Plodia interpunctella · Ephestia kuehniella

Tineola bisselliella

Quellensuche
Die Abbildung zeigt mögliche Fundstellen: links trockene Vorräte und Verpackungsfalten, rechts Textilien und Bereiche unter dem Kleiderschrank.

Prüfen Sie Mehl, Müsli, Reis, Flocken und Backzutaten Packung für Packung.
Eier und Larven können sich in Verpackungsfalten und Schrankfugen verbergen. Prüfen Sie auch dünne Folien.
Kontrollieren Sie auch selten genutzte Gläser, Gewürze und Trockenobst.
Prüfen Sie auch offene oder lange gelagerte Futtervorräte.
Prüfen Sie selten getragene Wollteile, Filz, Kaschmir und Strickwaren einzeln.
Tierische Naturmaterialien in Polsterfüllungen und Wollflusen können Nahrung bieten.
Unter ungenutzten Teppichen und an dunklen Kanten kann ein Befall lange unbemerkt bleiben.
Saugen Sie Wollflusen in Fugen, unter Schränken und hinter Sockelleisten ab.
Befallsspuren
Achten Sie auf feine Fäden, Larven und Fraßlöcher. Diese Spuren helfen bei der Suche nach der Quelle.

Feine weiße Gespinste verbinden Flocken, Mehl oder Nüsse zu kleinen Klumpen.

Larven verstecken sich in dünnen Falten, Ecken und Nähten – auch außerhalb der eigentlichen Ware.

Unregelmäßig verteilte Löcher mit aufgefaserten Rändern sprechen für einen Befall an tierischer Faser.

Eine seidige Röhre im Gewebe und Kot in ähnlicher Farbe wie der Stoff sind typische Kleidermottenhinweise.
Werkzeuge
Fallen helfen, den Verlauf zu beobachten. Befallenes Material müssen Sie trotzdem entfernen oder behandeln. Schlupfwespen können das ergänzen.
Die Falle enthält einen Lockstoff und fängt nur männliche Falter. So lässt sich beobachten, ob noch Tiere auftreten. Eier, Larven und die Quelle beseitigt sie nicht.
Zur Beobachtung des Befalls
Suchen Sie befallene Ware und tierische Materialien, von denen die Larven leben. Entfernen Sie die Quelle und reinigen Sie die Umgebung gründlich.
Quelle entfernen und Umgebung reinigen
Schlupfwespen der Gattung Trichogramma legen ihre Eier in Motteneier, die dadurch absterben. Bereits vorhandene Larven oder Falter erreichen sie nicht.
Ergänzung zur Quellensuche
Biologische Begleitung
Trichogramma wirken an den Motteneiern. Sie können vorbeugend oder begleitend eingesetzt werden; die Quelle muss trotzdem entfernt werden. Prüfen Sie vor dem Einsatz, welcher Zeitraum für das Verfahren erforderlich ist.
Trichogramma legen ihre Eier in die Motteneier.
Bereits vorhandene Larven erreichen Trichogramma nicht.
Auch Puppen erreichen Trichogramma nicht.
Ausgewachsene Motten erreichen Trichogramma nicht.
Einsatzdauer je Art
Kartenwechsel
etwa alle 3 WochenEntscheidung
Im Haushalt können Sie einen begrenzten Befall oft selbst beseitigen, wenn Sie die Quelle finden und entfernen. Lassen Sie den Befall prüfen, wenn er trotzdem zurückkehrt, wertvolle Materialien betroffen sind oder Sie eine Dokumentation benötigen.
Der Befall beschränkt sich auf einen Schrank, Vorräte oder einzelne Textilien.
Sie können die Quelle eindeutig finden und vollständig entfernen.
Sie können reinigen, mit Wärme oder Kälte behandeln und anschließend dicht lagern.
Bei der anschließenden Kontrolle finden Sie deutlich weniger Tiere.
Der Befall kehrt trotz vollständigem Leeren und Reinigen zurück.
Ein Lebensmittelbetrieb, eine Bäckerei, ein Lager oder die Gastronomie ist betroffen.
Wertvolle Textilien, Teppiche oder Sammlungsbestände sind gefährdet.
Mehrere Räume oder schwer zugängliche Quellen sind betroffen.
Selbsthilfe
Räumen Sie die betroffenen Bereiche vollständig aus, suchen Sie die Quelle und reinigen Sie die Stellen, an denen sich Larven entwickeln. Lagern Sie Vorräte oder Textilien anschließend dicht verschlossen.
Nehmen Sie jede Packung heraus und machen Sie eine Arbeitsfläche für die Prüfung frei.
Kontrollieren Sie auch ungeöffnete Papier- und dünne Folienverpackungen.
Verschließen Sie befallene Ware und entsorgen Sie sie außerhalb der Wohnung.
Saugen Sie Schrankkanten, Bohrungen, Beschläge und die Rückwand gründlich ab.
Kontrollieren Sie benachbarte Vorräte genau und lagern Sie unbefallene Ware in dicht schließenden Behältern. Trockenes Tierfutter können Sie nach dem Kauf vorsorglich mindestens 24 Stunden bei −18 °C einfrieren oder eine Stunde bei 60 °C im Backofen erhitzen.
Füllen Sie neue Vorräte in fest schließende Behälter und prüfen Sie sie regelmäßig.
Nehmen Sie Wolltextilien, Teppiche und Naturmaterialien einzeln heraus.
Suchen Sie nach Fraßstellen, Gespinströhren und Larvenhäuten. Prüfen Sie auch selten genutzte Teile.
Waschen Sie geeignete Textilien bei 60 °C oder frieren Sie sie bei −19 °C mindestens 36 Stunden ein.
Saugen Sie Böden, Schubladen, Fugen und die Bereiche unter den Möbeln ab.
Prüfen und reinigen Sie auch Sockelleisten, Teppichkanten und Wollflusen in Ritzen. Dort kann die Quelle liegen.
Bewahren Sie selten getragene Wolltextilien anschließend sauber und luftdicht auf.
Vorgehen
Prüfen Sie zuerst den Befall, entfernen Sie die Quelle und wählen Sie dann ergänzende Mittel. Kontrollieren Sie anschließend, ob weitere Tiere auftauchen.
Prüfen Sie anhand von Fundort, Material und Spuren, ob Vorräte oder Textilien betroffen sind.
Prüfen Sie alle verdächtigen Packungen, Ritzen, Wollteile, Teppichkanten und Lagerbereiche.
Entsorgen oder behandeln Sie befallenes Material, reinigen Sie die betroffenen Stellen und lagern Sie Vorräte oder Textilien dicht verschlossen.
Beobachten Sie mit Fallen über mehrere Wochen, ob erneut Motten auftreten.
Häufige Fragen
Sie werden meistens mit bereits befallenen trockenen Lebensmitteln oder Tierfutter eingeschleppt. Deshalb müssen auch ungeöffnete Packungen und selten verwendete Vorräte geprüft werden.
Hinweise sind unregelmäßig verteilte Fraßlöcher in Wolle, seidige Röhren im Gewebe und kleine Kotpartikel in Stofffarbe. Die Larven fressen Keratin, einen Bestandteil von Wolle, Haaren und Federn.
Reine Baumwolle und Kunstfasern enthalten kein Keratin und sind keine Nahrung für Kleidermottenlarven. Mischgewebe können jedoch tierische Fasern enthalten; außerdem können vorhandene Löcher andere Ursachen haben.
Pheromonfallen locken nur männliche Falter mit einem Lockstoff an. Sie helfen zu beobachten, ob noch Motten auftreten, beseitigen aber weder Eier noch Larven oder die Quelle.
Textilien können Sie mindestens 36 Stunden bei −19 °C einfrieren oder – je nach Material – bei 60 °C waschen. Befallene Lebensmittel entsorgen Sie außerhalb der Wohnung; unbefallene Vorräte lagern Sie in dicht schließenden Behältern. Trockenes Tierfutter können Sie nach dem Kauf vorsorglich mindestens 24 Stunden bei −18 °C einfrieren oder eine Stunde bei 60 °C im Backofen erhitzen.
Für das hier beschriebene Verfahren sind bei Vorratsmotten etwa 10 Wochen und bei Kleidermotten etwa 4½ Monate vorgesehen; die Kärtchen werden etwa alle 3 Wochen gewechselt. Prüfen Sie vor dem Einsatz, welche Dauer das gewählte Verfahren erfordert. Die Quelle muss trotzdem entfernt werden.
Suchen Sie zuerst nach der Quelle. Das Umweltbundesamt rät bei Motten von unnötigen Insektiziden ab. Ein Spray entfernt weder befallene Ware noch tierische Materialien, von denen die Larven leben.
Eine Prüfung ist sinnvoll, wenn der Befall trotz vollständiger Reinigung und Quellenentfernung zurückkehrt, mehrere Räume betrifft, ein Lebensmittelbetrieb Dokumentation benötigt oder wertvolle Textilien und Sammlungen gefährdet sind.
Die Anfahrt beträgt 39,90 €. Ob darüber hinaus eine fachliche Prüfung sinnvoll ist, hängt von Befallsumfang, Nutzung und Zugänglichkeit der vermuteten Quelle ab; einen Notdienstzuschlag gibt es bei uns nicht.
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