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Helle Motte als Makroaufnahme auf dem Papiergrund der Artprofilseite
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Motten

Motten

Plodia interpunctella · Ephestia kuehniella · Tineola bisselliella

Redaktioneller Stand:

Bei Motten lohnt sich die Suche in Vorräten und Textilien. Entscheidend ist, wo sich die Larven entwickeln, damit Sie die betroffenen Materialien entfernen oder behandeln können.

Fund einordnenEinen begrenzten Mottenbefall können Sie oft selbst beseitigen. Dafür müssen Sie die Quelle finden und entfernen.

Artenvergleich

Lebensmittelmotten und Kleidermotten unterscheiden

Suchen Sie bei feinen Fäden in trockenen Lebensmitteln im Vorratsschrank weiter. Bei Fraßlöchern in tierischen Fasern kommen Kleiderschrank, Teppichkanten und Dielenritzen infrage.

Lebensmittelmotte

Plodia interpunctella · Ephestia kuehniella

Dörrobstmotte mit deutlich zweifarbigen Vorderflügeln in wissenschaftlicher Seitenansicht
Zeichen
weiße Gespinste, verklebte Ware und weißliche Larven in Packungen
Fundort
Mehl, Müsli, Nüsse, Gewürze, Trockenobst und Tierfutter
Falter
sitzt häufig abends ruhig an der Küchenwand
Eintrag
gelangt meist mit bereits befallener Ware ins Haus

Kleidermotte

Tineola bisselliella

Strohgoldene Kleidermotte mit schmalen Fransflügeln in wissenschaftlicher Seitenansicht
Zeichen
unregelmäßige Fraßlöcher, Gespinströhren und Kot in Stofffarbe
Fundort
Wolle, Haare, Federn, Teppichkanten und Wollflusen in Ritzen
Material
Larven fressen Keratin, den Bestandteil von Wolle, Haaren und Federn; reine Baumwolle und Kunstfasern dienen nicht als Nahrung
Versteck
häufig unter Schränken, in Dielenritzen oder selten genutzten Teppichen

Quellensuche

Wo Sie nach Larven und befallenem Material suchen können

Die Abbildung zeigt mögliche Fundstellen: links trockene Vorräte und Verpackungsfalten, rechts Textilien und Bereiche unter dem Kleiderschrank.

Unbeschriftete Quellenkarte mit Vorratsschrank links und Kleiderschrank samt geöffneten Dielenritzen rechts
  1. 01
    Mehl und Getreide

    Prüfen Sie Mehl, Müsli, Reis, Flocken und Backzutaten Packung für Packung.

  2. 02
    Packungsfalze

    Eier und Larven können sich in Verpackungsfalten und Schrankfugen verbergen. Prüfen Sie auch dünne Folien.

  3. 03
    Nüsse und Gewürze

    Kontrollieren Sie auch selten genutzte Gläser, Gewürze und Trockenobst.

  4. 04
    Tierfutter

    Prüfen Sie auch offene oder lange gelagerte Futtervorräte.

  5. 05
    Wolle und Filz

    Prüfen Sie selten getragene Wollteile, Filz, Kaschmir und Strickwaren einzeln.

  6. 06
    Haare und Federn

    Tierische Naturmaterialien in Polsterfüllungen und Wollflusen können Nahrung bieten.

  7. 07
    Teppichkanten

    Unter ungenutzten Teppichen und an dunklen Kanten kann ein Befall lange unbemerkt bleiben.

  8. 08
    Dielen und Sockelleisten

    Saugen Sie Wollflusen in Fugen, unter Schränken und hinter Sockelleisten ab.

Befallsspuren

Spuren in Lebensmitteln und Textilien

Achten Sie auf feine Fäden, Larven und Fraßlöcher. Diese Spuren helfen bei der Suche nach der Quelle.

  • Haferflocken und Mehl durch feines Mottenlarvengespinst sichtbar verklebt

    Verklebte Vorräte

    Feine weiße Gespinste verbinden Flocken, Mehl oder Nüsse zu kleinen Klumpen.

  • Helle Lebensmittelmottenlarve im Falz einer transparenten Lebensmittelverpackung

    Larve im Verpackungsfalz

    Larven verstecken sich in dünnen Falten, Ecken und Nähten – auch außerhalb der eigentlichen Ware.

  • Mehrere unregelmäßige Fraßlöcher in einem beigefarbenen Wollgestrick

    Fraßlöcher in Wolle

    Unregelmäßig verteilte Löcher mit aufgefaserten Rändern sprechen für einen Befall an tierischer Faser.

  • Helle Gespinströhre einer Kleidermottenlarve auf dunklem Wollstoff

    Gespinströhre und Kot

    Eine seidige Röhre im Gewebe und Kot in ähnlicher Farbe wie der Stoff sind typische Kleidermottenhinweise.

Werkzeuge

Was Fallen, Reinigung und Schlupfwespen leisten

Fallen helfen, den Verlauf zu beobachten. Befallenes Material müssen Sie trotzdem entfernen oder behandeln. Schlupfwespen können das ergänzen.

Pheromonfalle

Die Falle enthält einen Lockstoff und fängt nur männliche Falter. So lässt sich beobachten, ob noch Tiere auftreten. Eier, Larven und die Quelle beseitigt sie nicht.

Zur Beobachtung des Befalls

Quellenentfernung

Suchen Sie befallene Ware und tierische Materialien, von denen die Larven leben. Entfernen Sie die Quelle und reinigen Sie die Umgebung gründlich.

Quelle entfernen und Umgebung reinigen

Schlupfwespen

Schlupfwespen der Gattung Trichogramma legen ihre Eier in Motteneier, die dadurch absterben. Bereits vorhandene Larven oder Falter erreichen sie nicht.

Ergänzung zur Quellensuche

Das Umweltbundesamt rät bei Motten von unnötigen Insektiziden, also Insektengiften, ab. Suchen Sie nach der Quelle, auch wenn Sie nur wenige Falter sehen.

Biologische Begleitung

Wie Trichogramma-Schlupfwespen wirken

Trichogramma wirken an den Motteneiern. Sie können vorbeugend oder begleitend eingesetzt werden; die Quelle muss trotzdem entfernt werden. Prüfen Sie vor dem Einsatz, welcher Zeitraum für das Verfahren erforderlich ist.

  1. Wirkt hier

    Ei

    Trichogramma legen ihre Eier in die Motteneier.

  2. Kein Angriff

    Larve

    Bereits vorhandene Larven erreichen Trichogramma nicht.

  3. Kein Angriff

    Puppe

    Auch Puppen erreichen Trichogramma nicht.

  4. Kein Angriff

    Falter

    Ausgewachsene Motten erreichen Trichogramma nicht.

Einsatzdauer je Art

Vorratsmotten
etwa 10 Wochen
Kleidermotten
etwa 4½ Monate

Kartenwechsel

etwa alle 3 Wochen

Entscheidung

Wann Selbsthilfe ausreicht und wann Sie Hilfe brauchen

Im Haushalt können Sie einen begrenzten Befall oft selbst beseitigen, wenn Sie die Quelle finden und entfernen. Lassen Sie den Befall prüfen, wenn er trotzdem zurückkehrt, wertvolle Materialien betroffen sind oder Sie eine Dokumentation benötigen.

Selbst reinigen und kontrollieren

  1. Der Befall beschränkt sich auf einen Schrank, Vorräte oder einzelne Textilien.

  2. Sie können die Quelle eindeutig finden und vollständig entfernen.

  3. Sie können reinigen, mit Wärme oder Kälte behandeln und anschließend dicht lagern.

  4. Bei der anschließenden Kontrolle finden Sie deutlich weniger Tiere.

Fachlich prüfen lassen

  1. Der Befall kehrt trotz vollständigem Leeren und Reinigen zurück.

  2. Ein Lebensmittelbetrieb, eine Bäckerei, ein Lager oder die Gastronomie ist betroffen.

  3. Wertvolle Textilien, Teppiche oder Sammlungsbestände sind gefährdet.

  4. Mehrere Räume oder schwer zugängliche Quellen sind betroffen.

Selbsthilfe

So prüfen und reinigen Sie Vorräte und Textilien

Räumen Sie die betroffenen Bereiche vollständig aus, suchen Sie die Quelle und reinigen Sie die Stellen, an denen sich Larven entwickeln. Lagern Sie Vorräte oder Textilien anschließend dicht verschlossen.

Vorrat

  1. Schrank vollständig leeren

    Nehmen Sie jede Packung heraus und machen Sie eine Arbeitsfläche für die Prüfung frei.

  2. Alles prüfen

    Kontrollieren Sie auch ungeöffnete Papier- und dünne Folienverpackungen.

  3. Befallenes entsorgen

    Verschließen Sie befallene Ware und entsorgen Sie sie außerhalb der Wohnung.

  4. Ritzen und Fugen saugen

    Saugen Sie Schrankkanten, Bohrungen, Beschläge und die Rückwand gründlich ab.

  5. Nachbarware behandeln

    Kontrollieren Sie benachbarte Vorräte genau und lagern Sie unbefallene Ware in dicht schließenden Behältern. Trockenes Tierfutter können Sie nach dem Kauf vorsorglich mindestens 24 Stunden bei −18 °C einfrieren oder eine Stunde bei 60 °C im Backofen erhitzen.

  6. Künftig dicht lagern

    Füllen Sie neue Vorräte in fest schließende Behälter und prüfen Sie sie regelmäßig.

Textil

  1. Schrank vollständig leeren

    Nehmen Sie Wolltextilien, Teppiche und Naturmaterialien einzeln heraus.

  2. Textilien prüfen

    Suchen Sie nach Fraßstellen, Gespinströhren und Larvenhäuten. Prüfen Sie auch selten genutzte Teile.

  3. Waschen oder einfrieren

    Waschen Sie geeignete Textilien bei 60 °C oder frieren Sie sie bei −19 °C mindestens 36 Stunden ein.

  4. Schrank und Umgebung saugen

    Saugen Sie Böden, Schubladen, Fugen und die Bereiche unter den Möbeln ab.

  5. Dielen und Kanten reinigen

    Prüfen und reinigen Sie auch Sockelleisten, Teppichkanten und Wollflusen in Ritzen. Dort kann die Quelle liegen.

  6. Wolle geschützt lagern

    Bewahren Sie selten getragene Wolltextilien anschließend sauber und luftdicht auf.

Vorgehen

So gehen Sie bei einem Mottenfund vor

Prüfen Sie zuerst den Befall, entfernen Sie die Quelle und wählen Sie dann ergänzende Mittel. Kontrollieren Sie anschließend, ob weitere Tiere auftauchen.

  1. Einordnen

    Prüfen Sie anhand von Fundort, Material und Spuren, ob Vorräte oder Textilien betroffen sind.

  2. Mögliche Quellen prüfen

    Prüfen Sie alle verdächtigen Packungen, Ritzen, Wollteile, Teppichkanten und Lagerbereiche.

  3. Quelle entfernen und reinigen

    Entsorgen oder behandeln Sie befallenes Material, reinigen Sie die betroffenen Stellen und lagern Sie Vorräte oder Textilien dicht verschlossen.

  4. Kontrollieren

    Beobachten Sie mit Fallen über mehrere Wochen, ob erneut Motten auftreten.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Motten

Woher kommen Lebensmittelmotten?

Sie werden meistens mit bereits befallenen trockenen Lebensmitteln oder Tierfutter eingeschleppt. Deshalb müssen auch ungeöffnete Packungen und selten verwendete Vorräte geprüft werden.

Woran erkenne ich Kleidermotten?

Hinweise sind unregelmäßig verteilte Fraßlöcher in Wolle, seidige Röhren im Gewebe und kleine Kotpartikel in Stofffarbe. Die Larven fressen Keratin, einen Bestandteil von Wolle, Haaren und Federn.

Fressen Kleidermotten auch Baumwolle?

Reine Baumwolle und Kunstfasern enthalten kein Keratin und sind keine Nahrung für Kleidermottenlarven. Mischgewebe können jedoch tierische Fasern enthalten; außerdem können vorhandene Löcher andere Ursachen haben.

Helfen Pheromonfallen gegen Motten?

Pheromonfallen locken nur männliche Falter mit einem Lockstoff an. Sie helfen zu beobachten, ob noch Motten auftreten, beseitigen aber weder Eier noch Larven oder die Quelle.

Wie behandle ich verdächtige Vorräte oder Textilien?

Textilien können Sie mindestens 36 Stunden bei −19 °C einfrieren oder – je nach Material – bei 60 °C waschen. Befallene Lebensmittel entsorgen Sie außerhalb der Wohnung; unbefallene Vorräte lagern Sie in dicht schließenden Behältern. Trockenes Tierfutter können Sie nach dem Kauf vorsorglich mindestens 24 Stunden bei −18 °C einfrieren oder eine Stunde bei 60 °C im Backofen erhitzen.

Wie lange müssen Schlupfwespen eingesetzt werden?

Für das hier beschriebene Verfahren sind bei Vorratsmotten etwa 10 Wochen und bei Kleidermotten etwa 4½ Monate vorgesehen; die Kärtchen werden etwa alle 3 Wochen gewechselt. Prüfen Sie vor dem Einsatz, welche Dauer das gewählte Verfahren erfordert. Die Quelle muss trotzdem entfernt werden.

Soll ich ein Insektizid verwenden?

Suchen Sie zuerst nach der Quelle. Das Umweltbundesamt rät bei Motten von unnötigen Insektiziden ab. Ein Spray entfernt weder befallene Ware noch tierische Materialien, von denen die Larven leben.

Wann ist eine fachliche Prüfung sinnvoll?

Eine Prüfung ist sinnvoll, wenn der Befall trotz vollständiger Reinigung und Quellenentfernung zurückkehrt, mehrere Räume betrifft, ein Lebensmittelbetrieb Dokumentation benötigt oder wertvolle Textilien und Sammlungen gefährdet sind.

Was kostet die Anfahrt?

Die Anfahrt beträgt 39,90 €. Ob darüber hinaus eine fachliche Prüfung sinnvoll ist, hängt von Befallsumfang, Nutzung und Zugänglichkeit der vermuteten Quelle ab; einen Notdienstzuschlag gibt es bei uns nicht.

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